Waschmaschine reinigen klingt widersprüchlich – schließlich läuft in ihr ständig Wasser mit Waschmittel. Trotzdem riecht frisch gewaschene Wäsche irgendwann muffig, in der Gummidichtung zeigen sich schwarze Punkte und aus der Schublade quillt grauer Schleim. Hier erfährst du, wie du Trommel, Flusensieb, Dichtung und Einspülkasten gründlich säuberst, wann eine 90-Grad-Leerwäsche sinnvoll ist und welche Tipps aus dem Netz du getrost ignorieren kannst.
Das Wichtigste in Kürze
- Laut gesund.bund.de reicht ein 60-Grad-Waschgang mit bleichmittelhaltigem Waschmittel nach fünf Wäschen oder mindestens alle zwei Wochen, um Keime im Gerät in Schach zu halten.
- Eine 90-Grad-Leerwäsche mit Vollwaschpulver hilft bei hartnäckigem Geruch – einige Male im Jahr genügt.
- Flusensieb und Einspülkasten solltest du alle paar Monate reinigen, die Türdichtung regelmäßig auswischen.
- Hygienespüler sind in gesunden Haushalten unnötig.
- Tür und Schublade nach dem Waschen offen lassen, damit alles trocknet.
Warum die Waschmaschine überhaupt schmutzig wird
Moderne Waschmittel arbeiten effizient bei 20 bis 40 Grad. Das spart Energie, hat aber eine Kehrseite: Bei niedrigen Temperaturen überleben Bakterien und Pilze, die mit Hautschuppen, Fasern und Waschmittelresten in die Maschine gelangen. In feuchten Ecken bilden sie einen schmierigen Biofilm.
Verstärkt wird das Problem durch Flüssigwaschmittel und Weichspüler. Flüssige Mittel enthalten in der Regel keine Bleiche, die Keime abtötet. Weichspüler legt einen dünnen Film auf Bauteile, an dem sich Rückstände besonders gut festsetzen. Wer zusätzlich überdosiert, füttert den Biofilm gleich mit.
Der dritte Faktor ist Feuchtigkeit. Eine geschlossene Tür nach dem Waschgang verwandelt Trommel und Dichtung in eine feuchte Kammer – ideal für Schimmel. Steht die Maschine im Bad, kommt die hohe Luftfeuchte hinzu; Tipps dagegen findest du im Ratgeber, um Schimmel im Bad vorzubeugen.
Waschmaschine reinigen: die Bauteile im Überblick
Wenn du die Waschmaschine reinigen willst, reicht ein Leerwaschgang allein nicht aus. Die meisten Ablagerungen sitzen dort, wo kein heißes Wasser hinkommt. Diese Tabelle zeigt dir, was wie oft dran ist:
| Bauteil | Wie oft | Womit |
|---|---|---|
| Trommel (Leerwäsche) | alle 2 Wochen bzw. nach 5 Wäschen bei 60 Grad, gelegentlich 90 Grad | Vollwaschpulver mit Bleiche |
| Türdichtung | alle 2 bis 4 Wochen | warmes Wasser, Spülmittel, Tuch |
| Einspülkasten | alle 1 bis 3 Monate | warmes Wasser, alte Zahnbürste |
| Flusensieb | alle 2 bis 3 Monate | Handtuch, flache Schale, Wasser |
| Gehäuse und Türglas | nach Bedarf | feuchtes Tuch, mildes Reinigungsmittel |
Plane für die komplette Reinigung etwa eine Stunde Arbeitszeit plus den Leerwaschgang ein. Den Großteil davon läuft die Maschine allein.

Schritt für Schritt: So reinigst du deine Waschmaschine gründlich
Arbeite dich von außen nach innen vor und starte am Ende den Leerwaschgang. So spült die heiße Lauge gelösten Schmutz aus allen Leitungen.
- Einspülkasten herausnehmen: Bei den meisten Modellen drückst du einen Hebel in der Weichspülerkammer und ziehst die Schublade heraus.
- Schublade einweichen: Lege sie in warmes Wasser mit Spülmittel und bürste Ecken und Kanäle mit einer alten Zahnbürste aus.
- Einspülschacht säubern: Leuchte mit einer Taschenlampe in die Öffnung und entferne Schleim und Waschmittelreste mit einer Bürste.
- Türdichtung auswischen: Ziehe die Gummimanschette vorsichtig auseinander und wische alle Falten mit Spülmittelwasser aus.
- Flusensieb reinigen: Siehe Anleitung unten.
- Leerwaschgang starten: 60 oder 90 Grad mit einem Messbecher Vollwaschpulver.
- Trocknen lassen: Tür und Schublade danach offen stehen lassen.
Türdichtung: hier sitzt der Geruch
In der Gummimanschette sammeln sich Wasser, Haare, Flusen und gelegentlich eine verlorene Socke. Hier entsteht oft der typische Muff. Wische die Falten mit einem Tuch und warmem Spülmittelwasser aus und trockne sie danach ab.
Schwarze Punkte deuten auf Schimmel hin. Leichte Verfärbungen bekommst du mit wiederholtem Reinigen oft heraus. Sitzt der Schimmel tief im Gummi, hilft nur der Austausch der Manschette durch einen Fachbetrieb.
Flusensieb und Fremdkörperfalle
Das Flusensieb, auch Laugenpumpenfilter genannt, sitzt meist hinter einer kleinen Klappe unten an der Front. Es fängt Münzen, Haarklammern und Flusen ab, bevor sie die Pumpe blockieren. Ein verstopftes Sieb sorgt für schlechtes Abpumpen, Restwasser in der Trommel und unangenehmen Geruch.
Lege vor dem Öffnen ein Handtuch und eine flache Schale bereit, denn es läuft Restwasser heraus. Viele Geräte haben dafür einen kleinen Notentleerungsschlauch. Drehe das Sieb langsam heraus, entferne Fremdkörper, spüle es unter fließendem Wasser ab und setze es wieder fest ein. Prüfe danach, ob es dicht ist.
Waschmaschine reinigen mit 90 Grad: Wann die Leerwäsche sinnvoll ist
Eine 90-Grad-Leerwäsche lohnt sich, wenn die Maschine trotz regelmäßiger 60-Grad-Wäschen muffig riecht oder du lange nur kalt gewaschen hast. Fülle einen Messbecher Vollwaschpulver ins Hauptwaschfach und starte das Koch- oder Buntwäscheprogramm ohne Wäsche. Einige Male im Jahr reichen völlig aus.
Entscheidend ist dabei nicht nur die Hitze, sondern das Bleichmittel im Pulver. Es entfernt Biofilm und tötet Keime ab, was Flüssigwaschmittel kaum leistet. Für den Alltag genügt laut dem Gesundheitsportal gesund.bund.de zur Haushaltshygiene ein 60-Grad-Gang mit bleichmittelhaltigem Waschmittel nach fünf Wäschen oder mindestens alle zwei Wochen.
Du musst dabei keinen Leerlauf verschwenden. Auch eine normale 60-Grad-Ladung mit Handtüchern, Bettwäsche oder Spüllappen erfüllt den Zweck. Das Umweltbundesamt empfiehlt in seinen Hygienetipps genau diese Kombination und sieht zusätzliche Hygienespüler in gesunden Haushalten als überflüssig an.
Bedenke: Ein 90-Grad-Programm verbraucht deutlich mehr Strom als ein Gang bei 40 Grad, weil das Aufheizen des Wassers den größten Teil der Energie frisst. Deshalb ist die regelmäßige 60-Grad-Wäsche der bessere Standard, die 90-Grad-Leerwäsche die Ausnahme.
Mythen im Check: Spülmaschinentabs, Essig und Co.
Im Netz kursieren viele Tricks, um die Waschmaschine zu reinigen. Nicht alle halten, was sie versprechen. Die wichtigsten im Überblick:
| Tipp | Was dran ist |
|---|---|
| Spülmaschinentabs in die Trommel | Sie enthalten fettlösende Stoffe und oft Bleiche, sind aber nicht für Waschmaschinen entwickelt. Vollwaschpulver leistet dasselbe ohne Risiko für Dichtungen. |
| Essig gegen Kalk und Geruch | Gelegentlich verdünnt kaum problematisch, regelmäßig eingesetzt kann Säure Gummiteile strapazieren. Viele Hersteller raten davon ab. |
| Zitronensäure zum Entkalken | Wirkt gegen Kalk, aber nicht bei hohen Temperaturen, da sich sonst schwer lösliche Ablagerungen bilden können. |
| Hygienespüler bei jeder Wäsche | Laut Umweltbundesamt in gesunden Haushalten unnötig. |
| Natron für frischen Duft | Kann Gerüche binden, ersetzt aber keine Reinigung. |
Die Frage nach Spülmaschinentabs taucht besonders häufig auf. Kurz gesagt: Es kann funktionieren, bringt aber keinen Vorteil gegenüber Vollwaschpulver. Prüfe im Zweifel die Bedienungsanleitung deines Geräts, denn manche Hersteller schließen solche Mittel ausdrücklich aus.
Ob du deine Maschine überhaupt entkalken musst, hängt von der Wasserhärte ab. Bei weichem bis mittelhartem Wasser und richtig dosiertem Waschmittel ist das selten nötig. Wie du mit Hausmitteln sinnvoll gegen Kalk vorgehst, liest du im Ratgeber zum Entkalken mit Hausmitteln.
Was tun, wenn die Wäsche trotzdem stinkt?
Riecht frische Wäsche muffig, liegt das meist an Biofilm in der Maschine, an zu wenig Waschmittel bei kalten Programmen oder an nasser Wäsche, die zu lange in der Trommel lag. Reinige zuerst Dichtung, Schublade und Flusensieb, starte dann eine 90-Grad-Leerwäsche mit Vollwaschpulver und hänge Wäsche künftig sofort auf.
Prüfe außerdem deine Dosierung. Zu viel Waschmittel hinterlässt Rückstände, zu wenig wird mit Schmutz nicht fertig. Die Verbraucherzentrale Hamburg erklärt, wie du nach Wasserhärte und Verschmutzung dosierst – und dass oben in der Trommel noch eine Hand hochkant Platz haben sollte.
Bleibt der Geruch, kann der Ablaufschlauch die Ursache sein. Ist er nicht richtig hängend angeschlossen, läuft Abwasser zurück. Lass in diesem Fall einen Fachbetrieb draufschauen.

So bleibt deine Waschmaschine dauerhaft sauber
Mit ein paar Gewohnheiten musst du die Waschmaschine nur noch selten im großen Stil reinigen. Diese Routinen helfen:
- Tür und Schublade offen lassen: So trocknen Trommel und Einspülkasten nach jedem Gang.
- Dichtung kurz abwischen: Nach der letzten Wäsche des Tages mit einem trockenen Tuch.
- Regelmäßig heiß waschen: Handtücher, Bettwäsche und Unterwäsche bei 60 Grad mit Vollwaschpulver.
- Weichspüler sparsam oder gar nicht: Er ist für saubere Wäsche unnötig.
- Taschen leeren: Münzen und Taschentücher landen sonst im Flusensieb.
- Flecken vorbehandeln: Statt heißer und länger zu waschen, lohnt die gezielte Vorbehandlung, wie du sie im Ratgeber eingewaschene Flecken entfernen findest.
Auch Wollsachen profitieren von einer gepflegten Maschine: Sauber gewaschene Pullover locken weniger Schädlinge an, wie unser Beitrag zu Motten im Kleiderschrank zeigt.
Dein nächster Schritt
Nimm dir beim nächsten Waschtag eine Stunde extra und erledige die Grundreinigung in dieser Reihenfolge:
- Schublade herausnehmen, einweichen und ausbürsten.
- Einspülschacht und Türdichtung auswischen.
- Flusensieb öffnen, reinigen und wieder dicht einsetzen.
- Leerwaschgang mit 60 oder 90 Grad und Vollwaschpulver starten.
- Tür und Schublade offen lassen, bis alles trocken ist.
Trage dir anschließend Erinnerungen für Flusensieb und Dichtung in den Kalender ein. Mehr Ideen für einen gepflegten Haushalt findest du im Ressort Haushalt & Pflege.
FAQ: Häufige Fragen zum Waschmaschine reinigen
Wie oft sollte ich die Waschmaschine reinigen?
Wasche nach fünf Waschgängen oder mindestens alle zwei Wochen einmal mit 60 Grad und bleichmittelhaltigem Vollwaschmittel, das kann auch eine normale Ladung Handtücher sein. Die Türdichtung wischst du alle paar Wochen aus, Einspülkasten und Flusensieb reinigst du alle zwei bis drei Monate.
Kann ich die Waschmaschine mit Spülmaschinentabs reinigen?
Es ist möglich, aber nicht nötig. Spülmaschinentabs lösen Fett und enthalten oft Bleiche, sind jedoch nicht für Waschmaschinen entwickelt. Ein Messbecher Vollwaschpulver bei 60 oder 90 Grad erzielt denselben Effekt ohne Risiko für Dichtungen. Prüfe vorher die Bedienungsanleitung, da manche Hersteller davon abraten.
Reicht ein 60-Grad-Waschgang zur Reinigung der Waschmaschine?
In den meisten Fällen ja, wenn du ein Vollwaschmittel mit Bleiche verwendest. Entscheidend ist die Kombination aus Temperatur und Bleichmittel. Eine 90-Grad-Leerwäsche brauchst du nur bei hartnäckigem Geruch oder wenn du lange ausschließlich kalt gewaschen hast. Einige Male im Jahr genügt sie völlig.
Warum stinkt meine Waschmaschine?
Meist sind Biofilm und Schimmel in Dichtung, Einspülkasten oder Flusensieb schuld. Sie entstehen durch kalte Programme, Flüssigwaschmittel ohne Bleiche, zu viel Weichspüler und eine geschlossene Tür nach dem Waschen. Reinige diese Bauteile, starte eine heiße Leerwäsche mit Vollwaschpulver und lass Tür und Schublade offen.
Wie reinige ich das Flusensieb der Waschmaschine?
Öffne die Klappe unten an der Front und lege Handtuch und flache Schale bereit, weil Restwasser ausläuft. Nutze falls vorhanden den Notentleerungsschlauch. Drehe das Sieb langsam heraus, entferne Fremdkörper, spüle es ab und schraube es wieder fest ein. Prüfe danach, ob alles dicht ist.
