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Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten: Ablauf, Kosten und Förderung 2026

Du willst weg vom Gas? So planst du den Umstieg auf die Wärmepumpe, kalkulierst die Kosten und nutzt die neue KfW-Förderung 2026 …

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Sophie Krämer | 20. Oktober 2026 | 10 Min. Lesezeit
Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten: weiße Außeneinheit einer Wärmepumpe vor einem Wohnhaus

Wer seine Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten will, steht vor einer Investition von oft 25.000 Euro und mehr – und vor vielen offenen Fragen zu Technik, Förderung und Gesetz. Seit Juli 2026 haben sich gleich zwei Spielregeln geändert: die KfW-Heizungsförderung und das Heizungsrecht. Hier erfährst du, wie der Umstieg abläuft, was er kostet und wie du dir den maximalen Zuschuss sicherst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet im Bestand inklusive Einbau meist 25.000 bis 40.000 Euro, je nach Heizlast und Umbauumfang.
  • Seit dem 21.07.2026 fördert die KfW (Programm 458) höchstens 28.000 Euro förderfähige Kosten für die erste Wohneinheit; der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt auf 16 Prozent.
  • Den Förderantrag stellst du vor Baubeginn, nachdem du einen Vertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung geschlossen hast.
  • Die 65-Prozent-Regel für neue Heizungen ist seit dem 29.07.2026 gestrichen – der Umstieg bleibt trotzdem die zukunftssicherste Wahl.
  • Eine raumweise Heizlastberechnung ist die Grundlage jeder seriösen Planung.

Lohnt es sich, die Gasheizung auf Wärmepumpe umzurüsten?

Ja, in den meisten Einfamilienhäusern lohnt es sich, die Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten zu lassen, wenn die Vorlauftemperatur an kalten Tagen bei höchstens 55 Grad liegt. Dann erreicht eine gut geplante Luft-Wasser-Wärmepumpe Jahresarbeitszahlen um 3 bis 4. Steigende CO2-Preise verteuern Erdgas zusätzlich, während Wärmepumpenstrom über eigene Tarife günstiger werden kann.

Entscheidend ist nicht das Baujahr, sondern der Wärmebedarf deines Hauses. Viele Altbauten haben überdimensionierte Heizkörper, die auch mit niedrigeren Temperaturen genug Wärme liefern. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass sich die Vorlauftemperatur deshalb oft deutlich senken lässt und ein hydraulischer Abgleich die Voraussetzung dafür ist.

Mehr zu den baulichen Voraussetzungen liest du in unserem Ratgeber zur Wärmepumpe im Altbau. Dort findest du auch einen einfachen Test, mit dem du die Eignung deines Hauses im nächsten Winter selbst prüfst.

Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten: Außeneinheit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe an einem Backsteinhaus
Die Außeneinheit braucht einen gut belüfteten Platz mit ausreichend Abstand zum Nachbarn.

Was hat sich 2026 bei Gesetz und Förderung geändert?

Zwei Reformen prägen den Heizungsmarkt im Herbst 2026. Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ist mit seinen Heizungsregeln am 29. Juli 2026 in Kraft getreten. Es streicht die Pflicht, neue Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien zu betreiben, und ebenso das Betriebsverbot für alte Konstanttemperaturkessel.

Wer stattdessen eine neue Gasheizung einbaut, muss künftig einen steigenden Anteil klimaneutraler Brennstoffe wie Biomethan einsetzen. Diese sogenannte Bio-Treppe beginnt nach den Eckpunkten mit 10 Prozent ab 2029 und steigt bis 2040 auf 60 Prozent. Biomethan ist knapp und teuer – ein neuer Gaskessel verschiebt das Kostenrisiko also nur in die Zukunft.

Parallel hat der Bund die Heizungsförderung umgebaut. Seit dem 21. Juli 2026 gelten für das KfW-Programm 458 neue Konditionen:

  • Die förderfähigen Kosten für die erste Wohneinheit sinken von 30.000 auf 28.000 Euro.
  • Die Grundförderung bleibt bei 30 Prozent.
  • Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt von 20 auf 16 Prozent; ab Februar 2027 schrumpft er halbjährlich um weitere vier Prozentpunkte.
  • Der Effizienzbonus von 5 Prozent für natürliche Kältemittel oder Erdwärme entfällt.
  • Der Einkommensbonus ist neu gestaffelt: 40 Prozent bis 30.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen, 30 Prozent bis 40.000 Euro, 10 Prozent bis 50.000 Euro. Pro Kind wird das anrechenbare Einkommen um 10.000 Euro reduziert.
  • Die maximale Förderquote liegt bei 70 Prozent, für Haushalte mit sehr geringem Einkommen bei bis zu 80 Prozent.

Verbindlich ist das aktuelle Merkblatt auf der Seite zur KfW-Heizungsförderung für Privatpersonen (458)/). Prüfe es unmittelbar vor deinem Antrag, denn der Bund hat weitere Absenkungen für 2027 angekündigt.

Gasheizung umrüsten auf Wärmepumpe Kosten: Womit musst du rechnen?

Wenn du deine Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten willst, solltest du für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Einfamilienhaus inklusive Montage, Speicher und Elektroarbeiten rund 25.000 bis 40.000 Euro einplanen. Erdwärmepumpen liegen wegen der Bohrung meist bei 35.000 bis 50.000 Euro. Nach Abzug der Förderung bleiben häufig 12.000 bis 25.000 Euro Eigenanteil.

Die Kosten setzen sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Die folgende Tabelle zeigt typische Spannen für ein Einfamilienhaus mit rund 140 Quadratmetern; regionale Handwerkerpreise können deutlich abweichen.

KostenpositionTypische Spanne
Luft-Wasser-Wärmepumpe inkl. Montage18.000 – 28.000 Euro
Warmwasser- und ggf. Pufferspeicher1.500 – 3.500 Euro
Heizlastberechnung und hydraulischer Abgleich800 – 2.000 Euro
Austausch einzelner Heizkörper600 – 1.500 Euro je Heizkörper
Elektroarbeiten, ggf. Zählerschrank1.000 – 3.500 Euro
Fundament und Kondensatablauf500 – 1.500 Euro
Demontage des Gaskessels500 – 1.500 Euro
Stilllegung des Gasanschlussesje nach Netzbetreiber einige Hundert bis über 1.500 Euro

Viele dieser Posten zählen zu den förderfähigen Kosten, etwa Heizkörpertausch, Abgleich, Speicher und notwendige Elektroarbeiten. Die Demontage der Altanlage gehört in der Regel ebenfalls dazu. Lass dir im Angebot jede Position einzeln ausweisen, damit du später sauber abrechnen kannst.

Rechenbeispiel zur Förderung

Angenommen, deine Wärmepumpe kostet 32.000 Euro, dein Gaskessel ist älter als 20 Jahre und du nutzt das Haus selbst. Gefördert werden höchstens 28.000 Euro. Mit 30 Prozent Grundförderung und 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus erhältst du 46 Prozent, also 12.880 Euro.

Liegt dein zu versteuerndes Haushaltseinkommen unter 30.000 Euro, steigt die Quote auf den Deckel von bis zu 80 Prozent – das sind bis zu 22.400 Euro. Für den Restbetrag kannst du einen zinsgünstigen KfW-Ergänzungskredit kombinieren. Einen Überblick über alle Programme bietet unser Artikel zur Förderung bei der Sanierung.

So läuft es ab, wenn du die Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten lässt

Ein geordneter Ablauf spart dir Geld und Ärger. Halte diese Reihenfolge ein, denn ein Fehler bei der Förderung lässt sich später kaum korrigieren.

  1. Bestandsaufnahme: Notiere deinen Gasverbrauch der letzten drei Jahre, Heizkörpergrößen und Vorlauftemperaturen. Daraus lässt sich eine erste Heizlast abschätzen.
  2. Energieberatung: Ein Energieeffizienz-Experte prüft, ob vorher kleine Dämmmaßnahmen sinnvoll sind, und kann einen individuellen Sanierungsfahrplan erstellen.
  3. Heizlastberechnung: Der Fachbetrieb berechnet raumweise nach DIN EN 12831, welche Leistung du wirklich brauchst. Pauschale Faustformeln führen oft zu überdimensionierten Geräten.
  4. Angebote einholen: Vergleiche mindestens drei Angebote mit Gerätedaten, Schallleistung, Speichergröße und erwarteter Jahresarbeitszahl.
  5. Vertrag mit Bedingung: Schließe einen Liefer- und Leistungsvertrag, der erst mit der Förderzusage wirksam wird.
  6. Förderantrag stellen: Beantrage den Zuschuss im Portal „Meine KfW“ vor Beginn der Arbeiten. Du brauchst dafür die Bestätigung zum Antrag (BzA) des Fachbetriebs oder Energieberaters.
  7. Installation: Der Umbau dauert meist zwei bis fünf Tage. Plane ihn möglichst für das Frühjahr oder den Spätsommer.
  8. Nachweise einreichen: Nach Fertigstellung reichst du Rechnungen und die Bestätigung nach Durchführung ein; danach zahlt die KfW aus.
Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten: weißer Heizkörper unter einem Holzfenster
Größere Heizkörper senken die nötige Vorlauftemperatur und steigern die Effizienz.

Heizlast, Heizkörper und Vorlauftemperatur richtig einschätzen

Die Heizlast beschreibt, wie viel Wärmeleistung dein Haus am kältesten Auslegungstag braucht. Ein unsaniertes Einfamilienhaus aus den 1970er-Jahren liegt oft bei 10 bis 15 Kilowatt, ein teilsaniertes eher bei 7 bis 10 Kilowatt. Ein zu großes Gerät taktet häufig, verschleißt schneller und arbeitet weniger effizient.

Einen schnellen Praxistest machst du selbst: Senke an einem kalten Wintertag die Vorlauftemperatur deiner Gastherme auf 50 bis 55 Grad. Bleiben alle Räume warm, kannst du die Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten, ohne große Umbauten fürchten zu müssen. Kühlen einzelne Räume aus, genügt oft der Tausch dieser Heizkörper gegen größere Modelle oder Niedertemperatur-Heizkörper.

Dämmmaßnahmen senken die Heizlast und damit die Gerätegröße. Besonders wirksam und günstig sind die oberste Geschossdecke und die Kellerdecke. Unser Ratgeber zum Dach dämmen zeigt dir, welche Maßnahmen sich schnell rechnen.

Warmwasser nicht vergessen

Die Wärmepumpe übernimmt auch die Warmwasserbereitung. Dafür brauchst du einen passenden Speicher, der zur Wärmepumpe und zur Personenzahl passt. Achte auf eine Legionellenschaltung, die das Wasser regelmäßig über 60 Grad erhitzt, ohne dauerhaft die Effizienz zu drücken.

Hybridheizung: Wann die Kombination mit Gas sinnvoll ist

Nicht jedes Haus lässt sich sofort komplett elektrisch beheizen. Eine Hybridheizung kombiniert eine Wärmepumpe mit dem vorhandenen oder einem neuen Gaskessel. Die Wärmepumpe deckt die Grundlast und den Großteil des Jahres ab, der Kessel springt nur an sehr kalten Tagen ein.

Diese Lösung eignet sich, wenn du die Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten möchtest, große Teile des Hauses aber noch unsaniert sind. Gefördert wird dabei nur der Wärmepumpenanteil. Ein neu eingebauter Gaskessel fällt außerdem unter die Bio-Treppe des GModG, ein bestehender Kessel darf dagegen weiterlaufen.

Wichtig ist eine gemeinsame Regelung, die den Bivalenzpunkt sinnvoll setzt. Oft liegt er zwischen minus 3 und minus 7 Grad Außentemperatur. Lass dir vom Fachbetrieb zeigen, wie viel Prozent der Jahresheizarbeit die Wärmepumpe voraussichtlich übernimmt.

Betriebskosten, Stromtarif und Photovoltaik

Die laufenden Kosten hängen von Jahresarbeitszahl und Strompreis ab. Ein Haus mit 20.000 Kilowattstunden Gasverbrauch braucht bei einer Jahresarbeitszahl von 3,5 rund 5.200 Kilowattstunden Strom. Mit einem Wärmepumpentarif von rund 28 Cent kostet das etwa 1.450 Euro im Jahr – meist weniger als die Gasrechnung inklusive Grundgebühr und CO2-Preis.

Nutzt du die Wärmepumpe als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a Energiewirtschaftsgesetz, erhältst du reduzierte Netzentgelte. Dafür baut der Messstellenbetreiber ein intelligentes Messsystem ein. Eine Photovoltaikanlage mit Speicher erhöht deinen Eigenverbrauch zusätzlich; mehr dazu in unserem Beitrag zum Stromspeicher nachrüsten.

Unterschätze auch den Wegfall von Nebenkosten nicht. Mit der Gasheizung entfallen Grundpreis, Schornsteinfeger-Messung und Wartung des Brenners. Die Wartung einer Wärmepumpe ist einfacher und meist günstiger.

Typische Fehler beim Umstieg vermeiden

Wer die Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten lässt, scheitert selten an der Technik, sondern meist an der Planung. Diese Fehler solltest du kennen:

  • Auftrag vor Antrag: Wer einen unbedingten Vertrag unterschreibt oder mit den Arbeiten beginnt, bevor der Antrag gestellt ist, verliert die Förderung.
  • Überdimensionierung: Eine Auslegung nach Faustformel statt nach Heizlastberechnung treibt Kosten und Stromverbrauch.
  • Falscher Aufstellort: Die Außeneinheit muss die Schallgrenzwerte am Nachbarhaus einhalten. Plane Abstand und schallmindernde Aufstellung von Anfang an ein.
  • Kein hydraulischer Abgleich: Ohne Abgleich arbeiten einzelne Heizkreise ineffizient, und die Förderung setzt ihn ohnehin voraus.
  • Heizkurve ab Werk: Lass die Heizkurve nach der ersten Heizperiode nachjustieren. Jedes Grad weniger Vorlauftemperatur spart rund 2 bis 3 Prozent Strom.

Dein nächster Schritt

Starte mit deinen Verbrauchsdaten und dem Vorlauftest im nächsten Winter. Danach holst du dir eine Energieberatung und mindestens drei Angebote mit Heizlastberechnung. Weil die Förderung ab Februar 2027 weiter sinkt, lohnt es sich, die Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten zu lassen, solange die aktuellen Sätze gelten.

Sichere dir einen Fachbetrieb frühzeitig und stelle den Antrag zügig, denn die Zusage gibt dir anschließend 36 Monate Zeit für die Umsetzung. Weitere Ratgeber rund um effiziente Heiztechnik findest du im Ressort Energie & Smart Home.

FAQ: Häufige Fragen zum Umrüsten der Gasheizung auf Wärmepumpe

Wie lange dauert der Umbau von Gasheizung auf Wärmepumpe?

Die eigentliche Installation dauert meist zwei bis fünf Arbeitstage. Mit Energieberatung, Heizlastberechnung, Angebotsvergleich und Förderantrag solltest du jedoch zwei bis sechs Monate Vorlauf einplanen. Müssen zusätzlich Heizkörper getauscht oder der Zählerschrank erneuert werden, verlängert sich die Bauzeit um einige Tage.

Wie viel Förderung gibt es seit dem 21.07.2026 für die Wärmepumpe?

Die KfW fördert im Programm 458 höchstens 28.000 Euro förderfähige Kosten für die erste Wohneinheit. Die Grundförderung beträgt 30 Prozent, dazu kommen bis zu 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus und ein gestaffelter Einkommensbonus. Insgesamt sind bis zu 70 Prozent möglich, für sehr geringe Einkommen bis zu 80 Prozent.

Kann ich die alten Heizkörper behalten?

In vielen Häusern ja, denn ältere Heizkörper sind oft großzügig dimensioniert. Prüfe im Winter, ob alle Räume bei 50 bis 55 Grad Vorlauftemperatur warm bleiben. Meist müssen nur einzelne Heizkörper in kritischen Räumen wie Bad oder Eckzimmer gegen größere Modelle getauscht werden, was die Förderung mit abdeckt.

Darf ich nach dem GModG noch eine neue Gasheizung einbauen?

Ja, die 65-Prozent-Pflicht ist seit dem 29.07.2026 entfallen. Neue Gas- und Ölheizungen müssen aber schrittweise klimaneutrale Brennstoffe nutzen, nach den Eckpunkten zehn Prozent ab 2029 und bis zu 60 Prozent ab 2040. Weil Biomethan knapp und teuer ist, trägst du damit ein erhebliches Kostenrisiko für die Zukunft.

Was kostet die Stilllegung des Gasanschlusses?

Die Kosten legt dein Gasnetzbetreiber fest, sie reichen von einigen Hundert bis über 1.500 Euro. Eine Sperrung am Hausanschluss ist meist günstiger als der vollständige Rückbau bis zur Straße. Frag frühzeitig nach dem Preisblatt, denn ohne Gasnutzung sparst du künftig auch den monatlichen Grundpreis.

SK
Über die Autorin / den Autor

Sophie Krämer

Sophie Krämer ist Energieberaterin und Elektroingenieurin. Sie leitet das Ressort Energie & Smart Home und ordnet Wärmepumpen, Photovoltaik und vernetzte Haustechnik nüchtern und verständlich ein.

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