Förderung Sanierung 2026: Seit dem 21. Juli gelten für Zuschüsse, Kredite und Boni neue Regeln – und wer die Details kennt, sichert sich oft mehrere Tausend Euro. Ob Dachdämmung, neue Fenster oder Wärmepumpe: Bund, Länder und Finanzamt beteiligen sich an deinen Kosten. Hier erfährst du, welche Programme es gibt, wie hoch die Sätze aktuell sind und in welcher Reihenfolge du vorgehst.
Das Wichtigste in Kürze
- Seit dem 21. Juli 2026 gilt eine reformierte Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) mit teils niedrigeren Sätzen.
- Das BAFA zahlt für Dämmung, Fenster und Anlagentechnik 15 Prozent Zuschuss, mit Sanierungsfahrplan gibt es einen Bonus.
- Den Heizungstausch fördert die KfW (Programm 458) mit bis zu 70 Prozent, bei niedrigem Einkommen bis zu 80 Prozent.
- Alternativ kannst du nach § 35c EStG 20 Prozent der Kosten über drei Jahre von der Steuer abziehen.
- Den Antrag stellst du immer vor Beginn der Arbeiten.
Förderung Sanierung 2026: Was hat sich geändert?
Die Bundesregierung hat die BEG-Richtlinien neu gefasst, sie gelten seit dem 21. Juli 2026. Die wichtigsten Änderungen: niedrigere förderfähige Kosten beim Heizungstausch, ein schrittweise sinkender Klimageschwindigkeitsbonus, ein neu gestaffelter Einkommensbonus und kürzere Tilgungszuschüsse bei der Effizienzhaus-Sanierung.
Zwischen dem 9. und 20. Juli lief eine Umstellungsphase, in der keine neuen Antragsnachweise erstellt werden konnten. Bereits zugesagte oder vorher eingereichte Anträge laufen nach den alten Bedingungen weiter. Für alles, was du jetzt neu planst, zählen die neuen Regeln.
Weitere Einschnitte sind angekündigt. Ab dem ersten Quartal 2027 soll die Grundförderung für Wärmepumpen auf 15 Prozent sinken, ergänzt um einen Bonus von 15 Prozent für Geräte aus EU-Herstellung. Wer ohnehin plant, sollte die verbleibenden Monate nutzen.

BAFA-Zuschuss für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle
Für Maßnahmen an der Gebäudehülle und an der Anlagentechnik ist das BAFA mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude zuständig. Gefördert werden Gebäude, deren Bauantrag mindestens fünf Jahre zurückliegt. Dazu zählen etwa die Fassadendämmung, die Dämmung von Dach und Kellerdecke oder der Einbau neuer Fenster.
| Maßnahme | Zuschuss | iSFP-Bonus |
|---|---|---|
| Gebäudehülle (Dämmung, Fenster, Türen) | 15 % | +5 % |
| Anlagentechnik (z. B. Lüftung) | 15 % | +5 % |
| Heizungsoptimierung (Effizienz) | 15 % | +5 % |
| Heizungsoptimierung (Emissionsminderung) | 50 % | – |
| Fachplanung und Baubegleitung | 50 % | – |
Ohne Sanierungsfahrplan liegen die förderfähigen Kosten bei 30.000 Euro pro Wohneinheit und Jahr. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) verdoppelt sich die Grenze auf 60.000 Euro. Neu ist: Den Bonus von 5 Prozentpunkten gibt es nur noch auf den Betrag oberhalb von 30.000 Euro.
Ein Beispiel zeigt den Effekt: Investierst du 60.000 Euro in Dämmung und Fenster, erhältst du ohne iSFP 4.500 Euro (15 Prozent von 30.000 Euro). Mit iSFP sind es 10.500 Euro. Ab 2027 soll zudem ein Bonus für energetisch besonders schlechte Gebäude bei Dämmmaßnahmen hinzukommen. Welche Bauteile sich im Bestand zuerst lohnen, zeigt unser Ratgeber zum Altbau sanieren.
Förderung Sanierung der Heizung: KfW-Programm 458
Den Heizungstausch fördert die KfW mit einem Zuschuss von bis zu 70 Prozent, für Haushalte mit niedrigem Einkommen mit bis zu 80 Prozent. Gefördert werden Wärmepumpen, Biomasseheizungen, Solarthermie und Anschlüsse an Wärmenetze. Förderfähig sind seit Juli höchstens 28.000 Euro für die erste Wohneinheit.
Der Zuschuss setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen, die du kombinieren kannst:
| Baustein | Satz | Wer bekommt ihn? |
|---|---|---|
| Grundförderung | 30 % | alle Antragsberechtigten |
| Klimageschwindigkeitsbonus | 16 % (sinkt ab Februar 2027 halbjährlich um 4 Punkte) | Selbstnutzer, die eine alte fossile Heizung ersetzen |
| Einkommensbonus | 40 / 30 / 10 % (bis 30.000 / 40.000 / 50.000 Euro zvE) | Selbstnutzer |
| Höchstsatz | 70 % bzw. 80 % | 80 % bei zvE bis 30.000 Euro |
Hast du mindestens ein minderjähriges Kind, rechnet die KfW dein zu versteuerndes Haushaltseinkommen einmalig um 10.000 Euro herunter. Der bisherige Effizienzbonus von 5 Prozent für Wärmepumpen ist entfallen. Die maßgeblichen Programmdetails findest du direkt bei der KfW-Heizungsförderung (458)/).
Ein Rechenbeispiel: Du ersetzt eine alte Gasheizung im selbst genutzten Einfamilienhaus durch eine Wärmepumpe für 32.000 Euro. Dein Haushalt versteuert 45.000 Euro. Du erhältst 30 plus 16 plus 10 Prozent, also 56 Prozent auf 28.000 Euro – das sind 15.680 Euro. Worauf es bei der Wärmepumpe im Bestand technisch ankommt, liest du im Beitrag Wärmepumpe im Altbau.

Kredite der KfW: Programme 358, 359 und 261
Neben Zuschüssen bietet die KfW zinsgünstige Kredite. Sie lohnen sich vor allem, wenn du größere Summen nicht aus Erspartem bezahlen willst. Ob ein Kredit für dich sinnvoll ist, hängt von deiner Gesamtfinanzierung ab – lass dich dazu unabhängig beraten.
Ergänzungskredit 358 und 359
Hast du eine Zuschusszusage von BAFA oder KfW für eine Einzelmaßnahme, kannst du den Eigenanteil über den Ergänzungskredit finanzieren. Selbstnutzer mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 90.000 Euro erhalten im Programm 358 einen zusätzlich verbilligten Zins. Alle anderen nutzen das Programm 359 zu den regulären KfW-Konditionen. Prüfe Kredithöhe und aktuellen Zinssatz vor dem Antrag direkt bei deiner Bank.
Wohngebäude-Kredit 261 für das Effizienzhaus
Sanierst du dein Haus komplett auf einen Effizienzhaus-Standard, ist das Programm 261 der passende Weg. Seit Juli gilt ein einheitlicher Kreditbetrag von bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit. Die Erneuerbare-Energien-Klasse ist jetzt für alle Stufen Pflicht, die Tilgungszuschüsse sind deutlich gesunken: Nach aktuellen Angaben gibt es etwa 10 Prozent für das Effizienzhaus 40 und 5 Prozent für das Effizienzhaus 55. Für besonders schlecht gedämmte Gebäude und serielle Sanierung kommen Boni hinzu.
Steuerbonus nach § 35c EStG als Alternative
Statt eines Zuschusses kannst du die Kosten auch über die Steuererklärung geltend machen. Nach § 35c EStG ziehst du 20 Prozent der Aufwendungen direkt von deiner Einkommensteuer ab, verteilt auf drei Jahre: 7, 7 und 6 Prozent. Die Ermäßigung beträgt maximal 40.000 Euro pro Objekt.
Die Voraussetzungen im Überblick:
- Du nutzt das Gebäude selbst zu Wohnzwecken.
- Das Haus ist bei Durchführung der Maßnahme älter als zehn Jahre.
- Ein Fachunternehmen führt die Arbeiten aus und stellt eine Bescheinigung aus.
- Du zahlst per Überweisung, nicht bar.
Wichtig: Für dieselbe Maßnahme darfst du nicht gleichzeitig einen Zuschuss oder zinsverbilligten Kredit nutzen. Der Steuerbonus lohnt sich vor allem dann, wenn du genügend Einkommensteuer zahlst und auf einen Sanierungsfahrplan verzichten willst. Die Kosten für einen Energieberater kannst du sogar zu 50 Prozent absetzen.
Landesprogramme und kommunale Förderung
Viele Bundesländer ergänzen die Bundesförderung mit eigenen Programmen. Landesförderbanken vergeben zinsgünstige Darlehen oder Zuschüsse, etwa für den Erwerb und die Modernisierung von Bestandsimmobilien, für Photovoltaik oder für Denkmalschutz. Auch Kommunen und Stadtwerke zahlen teils Prämien für Gründächer, Regenwassernutzung oder Heizungsberatung.
Wer bei der Förderung Sanierung nur auf den Bund schaut, verschenkt deshalb möglicherweise Geld. Den besten Überblick liefert die Förderdatenbank des Bundes. Dort filterst du nach Bundesland und Förderzweck. Achte auf die Kombinationsregeln: Manche Landesprogramme lassen sich mit der BEG kumulieren, andere schließen eine Doppelförderung aus.
Förderung Sanierung beantragen: So läuft der Antrag
Der häufigste Fehler: Die Arbeiten starten, bevor der Antrag gestellt ist. Dann ist der Anspruch verloren. Halte dich deshalb an diese Reihenfolge:
- Energieberatung einholen: Ein Energieeffizienz-Experte erstellt den iSFP und berechnet, welche Maßnahmen sich lohnen. Die Beratung selbst wird ebenfalls gefördert.
- Angebote einholen: Lass dir Angebote von Fachbetrieben machen.
- Vertrag mit Bedingung schließen: Unterschreibst du vor der Zusage, muss der Vertrag eine aufschiebende oder auflösende Bedingung zur Förderzusage enthalten. Ohne sie gilt er als Vorhabenbeginn.
- Antrag stellen: Beim BAFA über das Online-Portal, bei der KfW über „Meine KfW“. Für Kredite läuft der Antrag über deine Bank.
- Umsetzen: Nach der Zusage hast du bei der Heizungsförderung 36 Monate Zeit.
- Nachweis einreichen: Rechnungen und Bestätigungen lädst du nach Abschluss hoch, danach wird ausgezahlt.
Förderung Sanierung kombinieren: Was zusammenpasst
Die Programme lassen sich clever verbinden, solange du nicht dieselbe Maßnahme doppelt fördern lässt. Ein typisches Paket: BAFA-Zuschuss für die Dämmung, KfW-Zuschuss für die Wärmepumpe und der Ergänzungskredit für den Eigenanteil. Den Austausch der Fenster wiederum kannst du alternativ über den Steuerbonus absetzen, wenn du dafür keinen Zuschuss beantragst.
Plane größere Vorhaben über mehrere Jahre. Weil die Höchstgrenzen pro Jahr gelten, holst du mit einem gestaffelten Sanierungsfahrplan oft mehr heraus als mit einer einzigen Großbaustelle. Hast du gerade ein Haus gekauft, rechne die Fördermittel gleich in dein Budget neben den Kaufnebenkosten für das Haus ein.
So gehst du jetzt vor
Die Förderlandschaft wird ab 2027 eher knapper als großzügiger. Wer jetzt plant, profitiert noch vom höheren Klimageschwindigkeitsbonus und den aktuellen Grenzen. Starte mit diesen drei Schritten:
- Vereinbare einen Termin mit einem Energieeffizienz-Experten und lass einen iSFP erstellen.
- Kläre, ob Zuschuss oder Steuerbonus für dich günstiger ist.
- Stelle den Antrag, bevor du Aufträge ohne Fördervorbehalt unterschreibst.
Dieser Beitrag informiert über die Programme und ersetzt keine individuelle Finanz- oder Steuerberatung. Prüfe die aktuellen Konditionen vor dem Antrag direkt bei BAFA und KfW.
FAQ: Häufige Fragen zur Förderung der Sanierung
Welche Förderung gibt es 2026 für die Sanierung?
Für Einzelmaßnahmen wie Dämmung oder Fenster zahlt das BAFA 15 Prozent Zuschuss, mit Sanierungsfahrplan gibt es einen Bonus. Den Heizungstausch fördert die KfW im Programm 458 mit bis zu 70 oder 80 Prozent. Hinzu kommen KfW-Kredite, der Steuerbonus nach Paragraf 35c EStG und Programme der Länder.
Wie hoch ist der Zuschuss für eine Wärmepumpe 2026?
Seit dem 21. Juli 2026 gibt es 30 Prozent Grundförderung, für Selbstnutzer 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus beim Ersatz einer alten fossilen Heizung und einen gestaffelten Einkommensbonus. Insgesamt sind bis zu 70 Prozent möglich, bei niedrigem Einkommen bis zu 80 Prozent von maximal 28.000 Euro förderfähigen Kosten.
Was bringt ein individueller Sanierungsfahrplan?
Mit einem iSFP verdoppeln sich beim BAFA die förderfähigen Kosten auf 60.000 Euro pro Wohneinheit und Jahr. Zusätzlich erhältst du 5 Prozentpunkte Bonus, nach den neuen Regeln allerdings nur auf den Betrag oberhalb von 30.000 Euro. Der Fahrplan selbst wird als Energieberatung gefördert.
Kann ich Zuschuss und Steuerbonus kombinieren?
Für dieselbe Maßnahme nicht. Wer für die Dämmung einen BAFA-Zuschuss erhält, kann diese Kosten nicht zusätzlich nach Paragraf 35c EStG absetzen. Du kannst aber verschiedene Maßnahmen unterschiedlich fördern lassen, etwa die Heizung per KfW-Zuschuss und den Fenstertausch per Steuerbonus.
Wann muss ich den Förderantrag stellen?
Immer bevor du mit den Arbeiten beginnst. Einen Vertrag mit dem Handwerksbetrieb darfst du vorher nur unterschreiben, wenn er eine Bedingung zur Förderzusage enthält. Ohne diese Klausel gilt der Vertrag als Vorhabenbeginn und der Anspruch auf den Zuschuss entfällt.
