Fassade

Fassade streichen: Untergrund, Farbwahl, Kosten und Wetter 2026

Du willst deine Fassade streichen? Hier erfährst du, wie du den Untergrund prüfst, die richtige Farbe wählst und was der Anstrich 2026 …

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Jonas Brandt | 13. Oktober 2026 | 9 Min. Lesezeit
Frisch gestrichene Hausfassade nach dem Fassade streichen

Wenn du deine Fassade streichen willst, schützt du das Mauerwerk vor Schlagregen, Frost und Algen und gibst deinem Haus ein frisches Gesicht. Ob der neue Anstrich fünf oder zwanzig Jahre hält, entscheidet sich allerdings lange vor dem ersten Pinselstrich. Hier erfährst du, wie du den Untergrund prüfst, die passende Farbe wählst, Kosten realistisch kalkulierst und das richtige Wetter abpasst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Prüfe vor dem Anstrich Haftung, Saugfähigkeit und Risse des Putzes, sonst blättert die neue Farbe schnell wieder ab.
  • Silikatfarbe passt zu mineralischem Putz, Silikonharzfarbe ist der vielseitige Allrounder, Dispersionsfarbe ist günstig, aber weniger diffusionsoffen.
  • Ein Malerbetrieb verlangt inklusive Vorarbeiten rund 15 bis 35 Euro pro Quadratmeter, das Gerüst kommt hinzu.
  • Streiche nur bei trockenem Wetter zwischen etwa 5 und 25 Grad und nie in praller Sonne.
  • Ein reiner Anstrich ist meist genehmigungsfrei, Denkmalschutz und Gestaltungssatzungen können aber Farbtöne vorschreiben.

Wann solltest du die Fassade streichen?

Ein guter Fassadenanstrich hält je nach Farbe und Wetterseite rund zehn bis zwanzig Jahre. Danach verliert er seine Schutzwirkung, auch wenn er optisch noch ordentlich aussieht. Achte auf diese Anzeichen:

  • Die Fassade kreidet: Streichst du mit der Hand darüber, bleibt farbiger Staub zurück.
  • Grüne oder schwarze Beläge aus Algen und Pilzen breiten sich vor allem auf der Nord- und Westseite aus.
  • Haarrisse, Abplatzungen oder Blasen zeigen, dass Feuchtigkeit hinter die Farbschicht gelangt.
  • Nach Regen bleiben dunkle, nasse Stellen lange sichtbar, der Putz saugt also zu viel Wasser.

Planst du in den nächsten Jahren ohnehin eine Fassadendämmung, lohnt sich ein separater Anstrich kaum. Ein Wärmedämm-Verbundsystem bekommt einen neuen Oberputz samt Endbeschichtung, und du zahlst das Gerüst nur einmal. Das gilt auch, wenn du die Fenster tauschen möchtest: Erledige das vor dem Anstrich, damit die Laibungen danach sauber verputzt und gestrichen werden.

Arbeiter auf einem Gerüst an einer Hauswand beim Fassade streichen
Ein standsicheres Gerüst ist die Grundlage für einen gleichmäßigen Fassadenanstrich.

Untergrund prüfen: So vermeidest du Fehlanstriche

Die meisten Schäden an frisch gestrichenen Fassaden gehen auf einen schlecht vorbereiteten Untergrund zurück. Nimm dir deshalb Zeit für einige einfache Tests an mehreren Stellen und allen Himmelsrichtungen.

  1. Wischprobe: Reibe mit der flachen Hand über den Putz. Bleibt viel Farbpigment haften, kreidet der Altanstrich und braucht eine Grundierung.
  2. Klebebandtest: Klebe ein kräftiges Gewebeband fest auf und reiß es ruckartig ab. Hängen Farbreste daran, hält der Altanstrich nicht mehr und muss runter.
  3. Kratzprobe: Kratze mit einem Schlüssel über den Putz. Rieselt Sand, ist der Putz mürbe und muss verfestigt werden.
  4. Benetzungsprobe: Sprühe Wasser auf die Wand. Dunkelt sie sofort stark nach, saugt sie stark und braucht eine Tiefengrundierung.
  5. Klopfprobe: Klopfe den Putz mit einem Hammerstiel ab. Hohl klingende Stellen musst du abschlagen und neu verputzen.

Kläre außerdem, welcher Altanstrich auf der Wand ist. Mineralische Farben vertragen keinen dichten Dispersionsuntergrund, umgekehrt haften viele Systeme schlecht auf alten Kalkanstrichen. Im Zweifel nimmt ein Malerbetrieb eine Probe und empfiehlt das passende System.

Vorarbeiten in der richtigen Reihenfolge

Reinige die Fassade zuerst mit Wasser und weicher Bürste oder einem Hochdruckreiniger mit moderatem Druck, damit der Putz nicht leidet. Algenbefall behandelst du mit einem Fassadenreiniger und lässt ihn einwirken. Danach schließt du Risse, besserst Fehlstellen aus und lässt alles gut durchtrocknen, bevor die Grundierung folgt.

Silikat, Silikonharz oder Dispersion: Welche Farbe passt?

Die Wahl der Fassadenfarbe hängt vor allem vom Untergrund ab. Wichtig ist, dass die Farbe Wasser von außen abhält und Feuchtigkeit aus der Wand trotzdem entweichen lässt.

FarbartGeeignet fürStärkenSchwächenHaltbarkeit (ca.)
SilikatfarbeMineralputz, Kalk- und Zementputzsehr diffusionsoffen, natürlich algenhemmend, unbrennbarhaftet nicht auf Dispersion, begrenzte Farbtonauswahl15 bis 20 Jahre
Silikonharzfarbefast alle Untergründe, auch alte Dispersionwasserabweisend, diffusionsoffen, schmutzabweisendteurer15 bis 25 Jahre
DispersionsfarbeKunstharzputz, alte Dispersionsanstrichegünstig, elastisch, große Farbauswahlweniger diffusionsoffen, anfälliger für Algen8 bis 12 Jahre

Silikatfarbe geht eine chemische Verbindung mit mineralischem Putz ein, man spricht von Verkieselung. Sie bleibt dadurch extrem atmungsaktiv und ist durch ihre Alkalität von Natur aus resistent gegen Algen. Eine Variante ist Dispersionssilikatfarbe, die etwas einfacher zu verarbeiten ist.

Silikonharzfarbe verbindet die Vorteile beider Welten: Sie lässt Regen abperlen und Wasserdampf durch. Sie ist die sichere Wahl, wenn du den Altanstrich nicht genau kennst. Dispersionsfarbe eignet sich vor allem für Kunstharzputze und kleine Budgets.

Farbton mit Bedacht wählen

Dunkle Töne heizen sich in der Sonne stark auf. Das führt zu Spannungen im Putz und begünstigt Risse, auf gedämmten Fassaden schreiben Hersteller deshalb oft einen Mindest-Hellbezugswert vor. Helle, gedämpfte Farben bleiben dagegen lange ansehnlich und verzeihen Verschmutzung eher. Wie Farbe auf Stimmung wirkt, zeigt unser Beitrag zu Wandfarben im Wohnzimmer.

Was kostet es, die Fassade zu streichen?

Ein Malerbetrieb berechnet für das Fassade streichen inklusive Reinigung, Grundierung und zwei Anstrichen meist rund 15 bis 35 Euro pro Quadratmeter Wandfläche. Hinzu kommt das Gerüst mit etwa 8 bis 15 Euro pro Quadratmeter. Für ein Einfamilienhaus mit 180 Quadratmetern Fassade landest du so bei grob 5.000 bis 9.000 Euro.

KostenpositionRichtwertHinweis
Gerüst inkl. Auf- und Abbau8 bis 15 Euro pro m²Standzeit beachten
Reinigung und Algenbehandlung2 bis 5 Euro pro m²je nach Verschmutzung
Grundierung und Ausbesserung3 bis 10 Euro pro m²stark abhängig vom Zustand
Zwei Anstriche inkl. Material10 bis 20 Euro pro m²Silikonharz teurer als Dispersion

Die Preise schwanken je nach Region, Zugänglichkeit und Fassadengliederung deutlich. Viele Fensterlaibungen, Erker oder Stuck treiben den Aufwand. Hole mindestens drei Angebote ein und vergleiche die Positionen einzeln.

Steuervorteil für den Malerbetrieb

Die Arbeitskosten kannst du als Handwerkerleistung nach Paragraf 35a EStG von der Steuer absetzen. Das Finanzamt erstattet 20 Prozent der Lohnkosten, höchstens 1.200 Euro im Jahr. Voraussetzung sind eine Rechnung mit ausgewiesenem Lohnanteil und eine Überweisung. Für 2027 plant die Bundesregierung eine Absenkung auf 15 Prozent, es kann sich also lohnen, noch 2026 zu bezahlen.

Fassade streichen in Eigenregie: Schritt für Schritt

Bei einem eingeschossigen Haus mit gut erreichbaren Wänden kannst du den Anstrich selbst übernehmen und rund die Hälfte der Kosten sparen. Ab dem ersten Obergeschoss brauchst du ein fachgerecht aufgebautes Gerüst, eine Leiter reicht für größere Flächen nicht.

  1. Fenster, Türen, Fensterbänke und Pflanzen mit Folie und Kreppband abdecken.
  2. Fassade reinigen und mindestens zwei bis drei Tage trocknen lassen.
  3. Risse und Fehlstellen ausbessern, Grundierung passend zur Farbe auftragen.
  4. Ecken, Kanten und Anschlüsse mit dem Pinsel vorstreichen.
  5. Flächen mit einer langflorigen Fassadenrolle streichen, immer nass in nass und Wand für Wand ohne Pause.
  6. Nach der vom Hersteller angegebenen Trockenzeit den zweiten Anstrich auftragen.

Arbeite von oben nach unten und plane für jede Wandfläche genug Zeit ein. Unterbrichst du mitten in einer Fläche, entstehen sichtbare Ansätze.

Gelbe Hausfassade mit blauen Fensterläden nach dem Fassade streichen
Kräftige Farbtöne wirken lebendig, brauchen aber eine sorgfältige Farbwahl.

Wetter und Jahreszeit: Wann streichst du am besten?

Die beste Zeit für den Fassadenanstrich liegt zwischen Mai und September. Die meisten Fassadenfarben brauchen während der Verarbeitung und Trocknung Luft- und Untergrundtemperaturen von mindestens 5 Grad, manche Silikatfarben sogar 8 Grad. Oberhalb von etwa 25 Grad trocknet die Farbe zu schnell und bildet Ansätze.

Achte zusätzlich auf diese Punkte:

  • Kein Regen während des Streichens und mindestens einen Tag danach.
  • Keine direkte Mittagssonne auf der Wand, streiche der Sonne also hinterher.
  • Kein starker Wind, er trocknet die Oberfläche zu schnell.
  • Keine Nachtfröste in den ersten Tagen und Luftfeuchte unter etwa 80 Prozent.

Im Herbst wird es schnell kritisch, weil Tau und kalte Nächte die Trocknung stören. Schiebe das Projekt im Zweifel lieber ins Frühjahr.

Brauchst du eine Genehmigung für den neuen Anstrich?

Wer nur die Fassade streichen möchte, braucht in der Regel keine Baugenehmigung. Ausnahmen gelten für denkmalgeschützte Gebäude, Ensembles und Gebiete mit Gestaltungssatzung oder Bebauungsplan, der Farbtöne vorgibt. Frag vorher bei deinem Bauamt nach, das kostet nur einen Anruf.

Auch das Gerüst kann eine Genehmigung erfordern: Steht es auf dem Gehweg oder einer öffentlichen Fläche, brauchst du eine Sondernutzungserlaubnis der Gemeinde. Bei Eigentumswohnungen entscheidet die Eigentümerversammlung über Farbe und Auftrag. Wie Behördenverfahren generell ablaufen, liest du in unserem Ratgeber zum Bauantrag Ablauf.

Energetische Vorgaben löst ein reiner Anstrich nicht aus. Laut der Verbraucherzentrale zum Gebäudemodernisierungsgesetz gelten die U-Wert-Anforderungen erst, wenn du mehr als zehn Prozent eines Bauteils erneuerst, etwa den Putz großflächig ersetzt.

So gehst du jetzt vor

Starte mit einem Rundgang ums Haus und mache die fünf Untergrundtests an jeder Wandseite. Notiere Risse, Algen und Hohlstellen und kläre beim Bauamt, ob es Farbvorgaben gibt. Mit diesen Infos holst du gezielt Angebote ein oder planst den Anstrich selbst für ein trockenes Zeitfenster im Frühjahr. Wenn du die Fassade streichen lässt, buche den Malerbetrieb früh, denn gute Betriebe sind für die Sommermonate schnell ausgebucht.

FAQ: Häufige Fragen zum Fassade streichen

Was kostet es, eine Fassade streichen zu lassen?

Ein Malerbetrieb verlangt inklusive Reinigung, Grundierung und zwei Anstrichen meist rund 15 bis 35 Euro pro Quadratmeter. Das Gerüst kostet zusätzlich etwa 8 bis 15 Euro pro Quadratmeter. Bei einem Einfamilienhaus mit rund 180 Quadratmetern Fassade kommen so grob 5.000 bis 9.000 Euro zusammen, je nach Region und Zustand.

Welche Farbe ist die beste für die Fassade?

Das hängt vom Untergrund ab. Auf mineralischem Putz ist Silikatfarbe ideal, weil sie sehr diffusionsoffen und algenhemmend ist. Silikonharzfarbe passt auf fast alle Untergründe und hält besonders lange. Dispersionsfarbe ist günstig und eignet sich für Kunstharzputz oder alte Dispersionsanstriche, schützt aber schwächer gegen Algen.

Bei welcher Temperatur kann man die Fassade streichen?

Luft und Untergrund sollten während des Streichens und Trocknens mindestens 5 Grad warm sein, bei manchen Silikatfarben 8 Grad. Oberhalb von etwa 25 Grad trocknet die Farbe zu schnell. Ideal sind trockene, bewölkte Tage zwischen Mai und September ohne Regen, starken Wind und Nachtfrost in den folgenden Tagen.

Braucht man eine Genehmigung zum Fassade streichen?

In der Regel nicht. Eine Genehmigung kann aber nötig sein, wenn das Haus unter Denkmalschutz steht, in einem Ensemble liegt oder eine Gestaltungssatzung Farbtöne vorschreibt. Steht das Gerüst auf öffentlichem Grund, brauchst du eine Sondernutzungserlaubnis. Ein kurzer Anruf beim Bauamt schafft vor dem Start Klarheit.

Wie lange hält ein Fassadenanstrich?

Je nach Farbart und Wetterbelastung hält ein Anstrich rund zehn bis zwanzig Jahre. Dispersionsfarben erreichen etwa acht bis zwölf Jahre, Silikat- und Silikonharzfarben oft 15 bis 25 Jahre. Entscheidend sind eine sorgfältige Untergrundvorbereitung, zwei Anstriche und ein Dachüberstand, der die Wand vor Schlagregen schützt.

JB
Über die Autorin / den Autor

Jonas Brandt

Jonas Brandt ist Bauingenieur und schreibt seit vielen Jahren über Sanierung und Bautechnik. Er leitet bei Haus Heute das Ressort Bauen & Sanieren und erklärt Dämmung, Feuchteschutz und Genehmigungen so, dass Eigentümer bessere Entscheidungen treffen.

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