Wenn du eine Trockenbauwand einziehen willst, schaffst du in wenigen Tagen ein zusätzliches Zimmer, eine Ankleide oder ein abgetrenntes Arbeitszimmer – ohne Mauerwerk, ohne lange Trocknungszeiten und mit überschaubarem Budget. Entscheidend für das Ergebnis sind das richtige Ständerwerk, passende Platten und ein durchdachter Schallschutz. Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie du vorgehst und was du einplanen musst.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Standard-Trennwand besteht aus Metallständerwerk (UW- und CW-Profile), Mineralwolle und Gipsplatten.
- Als Selbermacher zahlst du für Material rund 25 bis 45 Euro pro Quadratmeter, mit Fachbetrieb etwa 60 bis 110 Euro.
- Doppelt beplankte Wände mit Dämmung schirmen Geräusche deutlich besser ab als einfach beplankte.
- Nichttragende Innenwände sind im Einfamilienhaus meist genehmigungsfrei, Brandschutz und Rauchmelderpflicht gelten trotzdem.
- Plane Elektroleitungen, Dosen und Türöffnung, bevor du die erste Platte verschraubst.
Trockenbauwand einziehen: Wann sich die Leichtbauwand lohnt
Trockenbau spielt seine Stärken überall dort aus, wo du Grundrisse flexibel verändern willst. Eine Gipsplattenwand wiegt nur einen Bruchteil einer gemauerten Wand, entsteht ohne Wasser und lässt sich später wieder zurückbauen. Gerade in Altbauten mit Holzbalkendecken ist das geringe Gewicht ein großer Vorteil.
Typische Einsatzbereiche sind:
- ein großes Kinderzimmer in zwei kleinere teilen,
- im Dachgeschoss eine Abseite oder einen Abstellraum abtrennen,
- ein Arbeitszimmer oder eine Homeoffice-Ecke im Schlafzimmer abgrenzen,
- Installationen im Bad hinter einer Vorsatzschale verstecken.
Wer größer plant und mehrere Wände versetzen will, sollte das Projekt in eine Gesamtplanung einbetten. Tipps dazu findest du in unserem Ratgeber Altbau sanieren.
Welches Material brauchst du?
Für eine klassische Einfachständerwand brauchst du Profile, Platten, Dämmung und Verbindungsmittel. Die meisten Baumärkte und Baustoffhändler führen alles aufeinander abgestimmt, achte aber darauf, Komponenten eines Systems zu kombinieren.
| Material | Funktion | Hinweis |
|---|---|---|
| UW-Profile (50, 75 oder 100 mm) | Boden- und Deckenanschluss | mit Dichtungsband gegen Körperschall montieren |
| CW-Profile (passend zum UW) | senkrechte Ständer | Achsabstand meist 62,5 cm |
| Gipsplatten 12,5 mm | Beplankung | Standardplatte Typ A, im Bad imprägniert Typ H2 |
| Mineralwolle (Trennwandplatte) | Schall- und Brandschutz | Dicke passend zur Profilbreite |
| Schnellbauschrauben | Befestigung der Platten | Abstand ca. 25 cm, bei zweiter Lage enger |
| Fugenspachtel und Bewehrungsstreifen | Fugen schließen | für glatte Oberflächen Q2 oder höher |
Die unterschiedlichen Plattentypen nach DIN EN 520 erklärt der Bundesverband der Gipsindustrie. Für Feuchträume nutzt du imprägnierte Platten, für erhöhte Brandschutzanforderungen Feuerschutzplatten. Willst du später schwere Hängeschränke montieren, sind Gipsfaserplatten oder eine zusätzliche Holzeinlage im Ständerwerk die bessere Wahl.
Dieses Werkzeug brauchst du
Bevor du die Trockenbauwand einziehen kannst, legst du dir das passende Werkzeug zurecht. Vieles hast du vermutlich schon, den Rest kannst du im Baumarkt leihen.
- Kreuzlinienlaser oder Lot und Schlagschnur für exakte Achsen
- Akkuschrauber mit Tiefenanschlag für Gipsplattenschrauben
- Blechschere oder Profilschere, Cuttermesser und Kantenhobel
- Bohrhammer für die Dübel in Boden und Decke
- Glättkelle, Spachtel, Schleifgitter und Staubmaske für das Finish

Wie baust du das Ständerwerk richtig auf?
Das Ständerwerk ist das Skelett deiner Wand. Ist es schief oder wackelig, siehst du das später an jeder Fuge. Nimm dir für diesen Teil deshalb die meiste Zeit.
Profilbreite wählen
Die Profilbreite richtet sich nach Wandhöhe und Anforderungen. CW-50-Profile reichen für einfache Trennwände in normal hohen Räumen. Mit CW-75 oder CW-100 gewinnst du Stabilität für höhere Wände, mehr Platz für Dämmung und Installationen sowie einen besseren Schallschutz.
Anschlüsse an Boden, Decke und Wände
Die UW-Profile verschraubst du mit Dübeln im Abstand von etwa 80 bis 100 Zentimetern an Boden und Decke. Klebe vorher ein selbstklebendes Anschlussdichtungsband unter die Profile. Es entkoppelt die Wand vom Baukörper und verhindert, dass Trittschall weitergeleitet wird.
An den angrenzenden Massivwänden setzt du CW-Profile als Randständer, ebenfalls mit Dichtungsband. Steht dein Haus auf schwimmendem Estrich, befestige das untere UW-Profil nach Möglichkeit auf dem Rohboden, damit die Wand keine Schallbrücke bildet.
Schallschutz: Wie leise wird eine Trockenbauwand?
Eine einfach beplankte Wand aus CW-50 mit Mineralwolle erreicht ein bewertetes Schalldämm-Maß von rund 40 bis 45 Dezibel. Mit doppelter Beplankung auf jeder Seite und CW-75 liegen typische Systemwerte bei etwa 50 Dezibel und mehr. Damit hörst du normale Unterhaltungen kaum noch.
Noch besser schneiden Wände mit Doppelständerwerk ab, bei denen zwei getrennte Profilreihen nebeneinander stehen. Sie kommen zwischen Schlafzimmer und Bad oder bei Wohnungstrennwänden zum Einsatz, wo DIN 4109 höhere Mindestwerte verlangt.
So verbesserst du den Schallschutz mit wenig Aufwand:
- Lege die Dämmung lückenlos ein und stopfe sie nicht zusammen.
- Versetze die Plattenstöße beider Seiten und beider Lagen.
- Setze Steckdosen nicht direkt gegenüber, sondern um mindestens einen Ständer versetzt.
- Schließe alle Anschlussfugen dauerelastisch.
Trockenbauwand einziehen in acht Schritten
Mit etwas handwerklichem Geschick kannst du eine gerade Trennwand ohne Tür an einem Wochenende stellen. Rechne mit zwei bis drei weiteren Tagen für Spachtelarbeiten und Trocknung.
- Wand anreißen: Markiere die Wandachse am Boden mit Schlagschnur und übertrage sie mit Laser oder Lot exakt an die Decke.
- UW-Profile montieren: Schneide die Profile zu, klebe Dichtungsband auf und dübele sie an Boden und Decke.
- Randprofile setzen: Befestige CW-Profile mit Dichtungsband an den seitlichen Wänden.
- Ständer einstellen: Schneide die CW-Profile etwa einen Zentimeter kürzer als die Raumhöhe und stelle sie im Achsabstand von 62,5 Zentimetern in die UW-Profile.
- Türöffnung ausbilden: Verwende für die Türpfosten verstärkte UA-Profile oder doppelte CW-Profile mit Holzeinlage und setze oben einen Sturz.
- Erste Seite beplanken: Schraube die Gipsplatten senkrecht und mit 1 Zentimeter Abstand zum Boden auf, die Plattenstöße liegen immer auf einem Ständer.
- Installationen und Dämmung: Ziehe Leerrohre durch die vorgestanzten Öffnungen, setze Hohlwanddosen und fülle die Wand mit Mineralwolle.
- Zweite Seite beplanken und spachteln: Beplanke die Gegenseite mit versetzten Stößen, spachtle Fugen und Schraubköpfe und schleife nach dem Trocknen nach.
Elektroarbeiten am Hausnetz gehören in die Hände einer Elektrofachkraft. Du kannst Leerrohre und Dosen vorbereiten, den Anschluss übernimmt der Profi.
Spachteln: Welche Oberfläche brauchst du?
Die Qualitätsstufen Q1 bis Q4 beschreiben, wie glatt die Wand nach dem Spachteln ist. Q1 schließt nur Fugen und Schrauben und reicht unter Fliesen. Q2 ist der Standard für Raufaser und strukturierte Tapeten.
Für glatte Anstriche oder feine Tapeten wählst du Q3, bei dem du die gesamte Fläche dünn überziehst. Q4 mit vollflächiger Spachtelung ist für Streiflicht und hochglänzende Oberflächen gedacht und lohnt sich für Heimwerker nur selten.

Was kostet es, eine Trockenbauwand einzuziehen?
Als Selbermacher zahlst du für eine einfach beplankte Trennwand mit Dämmung etwa 25 bis 45 Euro Material pro Quadratmeter. Ein Fachbetrieb verlangt inklusive Material je nach Region rund 60 bis 110 Euro pro Quadratmeter, für doppelte Beplankung, Türöffnung und hochwertige Spachtelstufe entsprechend mehr.
Eine Beispielrechnung für eine Wand von 4 Metern Länge und 2,6 Metern Höhe, also gut 10 Quadratmetern:
| Variante | Material | Mit Fachbetrieb (gesamt) |
|---|---|---|
| Einfach beplankt, CW-50, ohne Tür | ca. 300–450 Euro | ca. 650–1.100 Euro |
| Doppelt beplankt, CW-75, ohne Tür | ca. 450–650 Euro | ca. 900–1.500 Euro |
| Doppelt beplankt mit Türöffnung und Zarge | ca. 650–950 Euro | ca. 1.300–2.200 Euro |
Hinzu kommen gegebenenfalls Elektroinstallation, Malerarbeiten und Bodenanschluss. Die Preise sind Richtwerte für 2026 und hängen stark von Region, Zugänglichkeit und Oberflächenqualität ab.
Genehmigung, Brandschutz und Rauchmelder
Im selbst genutzten Einfamilienhaus ist eine nichttragende Innenwand in der Regel verfahrensfrei. Anders sieht es aus, wenn du tragende Bauteile veränderst, Rettungswege beeinträchtigst oder in einem Mehrfamilienhaus Brandschutzanforderungen berührst. Dann brauchst du fachliche Planung und unter Umständen eine Genehmigung.
Entsteht durch die neue Wand ein zusätzlicher Schlafraum oder Flur, gilt dort die Rauchmelderpflicht deines Bundeslandes. In allen Ländern betrifft sie Schlaf- und Kinderzimmer sowie Flure, die als Rettungsweg dienen.
Achte außerdem auf Licht und Luft: Ein neues Zimmer braucht in der Regel ein eigenes Fenster. Bei Räumen im Dachgeschoss hilft oft ein zusätzliches Dachfenster. Wie du einen geteilten Raum danach geschickt möblierst, zeigt unser Ratgeber kleine Räume einrichten.
Miet- und Eigentumswohnung
Wer in einer Mietwohnung eine Trockenbauwand einziehen möchte, braucht vorab die schriftliche Zustimmung des Vermieters. Kläre dabei auch, ob du die Wand beim Auszug wieder entfernen musst.
In einer Eigentumswohnung darfst du nichttragende Innenwände im Sondereigentum meist ohne Beschluss verändern. Sobald du aber in Decke, Estrich oder Leitungen des Gemeinschaftseigentums eingreifst, sprich mit der Verwaltung. Ein Blick in die Teilungserklärung schafft Klarheit.
Dein nächster Schritt
Zeichne zuerst einen Grundriss mit der neuen Wand, der Türöffnung und allen geplanten Steckdosen und Schaltern. Prüfe, ob Heizkörper, Fenster und Lichtquellen in beiden Räumen sinnvoll verteilt sind. Lege dann fest, wie viel Schallschutz du brauchst – davon hängen Profilbreite und Beplankung ab.
Mit dieser Planung kannst du Material exakt kalkulieren oder gezielt Angebote einholen. Wenn du die Trockenbauwand einziehen und gleichzeitig ein Bad abtrennen willst, lies vorher unseren Ratgeber Badsanierung planen, denn dort gelten besondere Anforderungen an Feuchteschutz und Abdichtung.
FAQ: Häufige Fragen zum Trockenbauwand einziehen
Was kostet es, eine Trockenbauwand einzuziehen?
Machst du alles selbst, zahlst du für eine einfach beplankte Trennwand mit Dämmung rund 25 bis 45 Euro Material pro Quadratmeter. Ein Fachbetrieb berechnet inklusive Material etwa 60 bis 110 Euro pro Quadratmeter. Türöffnung, doppelte Beplankung, Elektroinstallation und Malerarbeiten kommen je nach Umfang hinzu.
Kann ich eine Trockenbauwand selbst einziehen?
Ja, eine gerade Trennwand ohne besondere Anforderungen ist ein typisches Heimwerkerprojekt. Du brauchst Akkuschrauber, Profilschere, Cuttermesser, Wasserwaage und idealerweise einen Kreuzlinienlaser. Elektroanschlüsse übernimmt eine Fachkraft. Bei Brandschutz- oder Schallschutzanforderungen im Mehrfamilienhaus solltest du einen Fachbetrieb beauftragen.
Wie dick ist eine Trockenbauwand?
Eine Standardwand mit CW-50-Profilen und einfacher Beplankung aus 12,5 Millimeter starken Gipsplatten ist etwa 7,5 Zentimeter dick. Mit doppelter Beplankung kommst du auf rund 10 Zentimeter. Wer CW-75 oder CW-100 verwendet, erhält entsprechend dickere Wände mit mehr Platz für Dämmung und Leitungen.
Braucht man für eine Trockenbauwand eine Genehmigung?
Eine nichttragende Innenwand im selbst genutzten Haus ist meist verfahrensfrei. Eine Genehmigung oder fachliche Planung kann nötig werden, wenn du Rettungswege veränderst, Brandschutzanforderungen berührst oder in einer Eigentumswohnung Gemeinschaftseigentum betroffen ist. In Mietwohnungen brauchst du immer die Zustimmung deines Vermieters.
Wie viel Gewicht hält eine Trockenbauwand?
Mit geeigneten Hohlraumdübeln trägt eine Gipsplatte Regale und Bilder von einigen Kilogramm pro Dübel. Für schwere Lasten wie Hängeschränke, Waschbecken oder Fernseher planst du eine Holzeinlage, Tragständer oder Gipsfaserplatten ein. Die genauen Lastwerte nennt der Dübel- oder Systemhersteller.
